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EMBEDDED ART
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Impressum
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englisch
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Kunst im Namen der Sicherheit
Ausstellung der Akademie der Künste und der Künstlergruppe BBM
Installationen, Performances, Vorträge, Filmreihe
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Berlin-Mitte
24.01.2009 - 22.03.2009
Di bis So, 11.00 - 20.00 Uhr
jeden Freitag ab 20.00 Uhr: "Bar zur Inneren Sicherheit"
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Projekt
Andrée Korpys & Markus Löffler
Versuche zur Wirkungsweise des Tasers
..mir wurde schwarz vor Augen großartige Wirkung gute Waffe der Schmerz ließ sofort nach als abgeschaltet wurde erst dachte ich man wolle mich mit einem Stromschlag hinrichten heftiges Hämmern auf meine Füße ich konnte nicht kämpfen gehen reden ich merkte nicht mal wie ich herumschleuderte ich brauchte einige Minuten um mich wieder zurechtzufinden so als habe man eine Ladung Ziegel über mir ausgeschüttet keine Bewegung mehr möglich dieses Gerät kann ich nur wärmstens empfehlen sehr effektiv es fühlte sich an als ob mir jemand alle Nerven aus dem betreffenden Körperteil herauszieht..
(Aussagen von Probanden nach Taserbeschuss)
Funktionsweise der Taser Elektroschockpistole:
Eine Druckluftkartusche jagt an zwei Strom führenden Kabeln 50.000 Volt auf max. 10,6 m Distanz mit einer Miniaturharpune in den Angreifer und wirft diesen bereits nach einer halben Sekunde um. Nicht der erhebliche Schmerz, sondern eine Lähmung, bewirkt durch einen Mikroprozessor, der den Strom entsprechend moduliert, ist hierfür verantwortlich.
Seitdem die Taser Elektroschockpistole auf dem europäischen Markt ist, finden hierzulande Lehrveranstaltungen, Vorträge, medizinische Versuche und Tests der Waffe am Menschen statt. Diese Tests werden zumeist von Polizeikräften in kleineren Gruppen durchgeführt. Dabei geht es u.a. darum, die Wirkung des Tasers am eigenen Leib zu erfahren und diese Erfahrung in der Gruppe zu kommunizieren. Es gibt beispielsweise Videoaufnahmen, in denen die gesamte Gruppe, die Hände haltend, den Elektroschock über sich ergehen lässt.
In einer Art Spiel setzt sich jedes der Gruppenmitglieder einem totalen Kontrollverlust aus und sieht sich dabei von der Gruppe beobachtet.
Ähnlich einem Psychologen, der zunächst eine Psychoanalyse an sich durchführen lassen muss, ehe er andere analysieren darf, ist das Argument für einen solchen Eigentest, dass der Polizist zunächst die Wirkung an sich selbst erfahren soll, um bei der Anwendung die Wirkung einschätzen zu können.
Einer hochtechnisierten Elektroschockwaffe stehen bei diesen Versuchen sehr elementare Gruppendynamiken gegenüber.
Wie verhält sich der einzelne Proband in dieser extremen Situation des Elektroschocks angesichts der Gruppe, die ihn während des totalen Kontrollverlusts beobachtet?
Welche Erfahrungen machen die Probanden und was können sie davon kommunizieren?
Wie verändert ein solcher Test, der ja außerhalb des bisherigen Erfahrungsraumes aller Beteiligten liegt, die Selbstwahrnehmung?
Gerade im Falle der Taser Elektroschockwaffe lässt sich beobachten, wie Vorstellungswelten, Phantasien und Visionen in Form einer unscheinbaren technischen Apparatur auf ihre unmittelbare Wirksamkeit im eigenen Schmerzgefüge überprüft werden. Ideen von einer kontrollierten visionären Technik treffen auf die direkte, exzessive Schmerzerfahrung.
Uns interessiert insbesondere der Ablauf dieses Selbstversuchs mit all seinen Initiationsriten und die Fähigkeiten des Einzelnen, das Erlebte zu kommunizieren.
Bleibt es bei den obligatorischen Vergleichen, (..als ob mir jemand alle Nerven herausziehen würde...) oder lässt sich darüber hinaus etwas erfahren und mitteilen, das die exzessive Schmerzerfahrung und die visionäre Technologie rechtfertigt?
Berlin d. 14. August 2008
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Dreharbeiten Taser-Training 2008 Standbild © BBM 2008
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